Symptomhierarchisierung

BEISPIEL:
Der bereits erwähnte Sportler mit einer Knieschwellung rechts gibt noch eine erhebliche Schmerzverstärkung beim Husten und vermehrten Durst an. Außerdem wird seit Tagen Gemüse schlecht vertragen und führt zu Durchfall. Die besonderen Symptome führen in diesem Fall zu BRYONIA als homöopathisches Heilmittel. Die Zaunrübe (bryonia alba) führt in der Arzneiprüfung zu rheumatischen Gelenkschwellungen, Ruhebedürfnis, starken Durst und vielerlei Schleimhautproblemen (Durchfall, Erkältungszeichen, Schwellungen). Psychisch zeigt der Patient häufig ein mürrisches, reizbares Erscheinungsbild und die Schmerzzunahme durch Erschütterung, Husten, Lärm etc.

Wiederum individuell erfolgt die Dosierung und Potenzwahl in Abhängigkeit von Verlauf und Akuität der Erkrankung und den beabsichtigten Hauptwirkebenen der Arznei (Abb. 9). Hierbei zeigte sich, dass man die höheren Potenzen seltener gibt als die Tiefpotenzen. Desweiteren werden die Arzneigaben bei chronischen Leiden deutlich seltener vorgenommen als bei Akutproblemen. Schließlich werden die Organwirkungen bei Tiefpotenzen und die psychisch harmonisierenden Effekte bei Hochpotenzen deutlicher. Bei geschwächter Lebenskraft (Säuglinge, kleine Kinder, alte Menschen, chronisch Kranke) sollte mit Ausnahme bei Krebs eher die seltene Arzneigabe und Anwendung von LM- oder Q-Potenzen erfolgen.